Die Chronik der Ditzinger Leichtathleten

In einer Sitzung des Vereins am 30. April 1919 kamen die Verantwortlichen überein, dem Vereinsleben neue Impulse zu geben. Lag bisher der Schwerpunkt beim Turnen, so sollten künftig auch andere Sportarten gepflegt werden: Leichtathletik, Schwerathletik und Rasenspiele. Einen außerordentlich talentierten Mann aus Schöckingen zog es schon damals nach Ditzingen: Adolf Clees, der die Abteilung führte und selbst zum Topathleten des Vereins wurde (Dt. Meister 1921 im Hammerwerfen in Plauen im Vogtland).

Abteilungsleiter Adolf Clees 1921

Aber nicht nur er, sondern auch seine anderen Kameraden kehrten siegreich in den verschiedensten Disziplinen von Kreis- und Gauveranstaltungen zurück. So z. B. Karl Fuchs, der zu seiner Glanzzeit als Zehnkampfmeister zu den besten Leichtathleten Württembergs zählte, oder Adolf Stickel, der bei den Bundesmeisterschaften des Allg. Deutschen Turnerbundes in Duisburg (3./4. Sept. 1927) Deutscher Bundesmeister im Weitsprung wurde.

Adolf Stickel 1927

Das Leistungsniveau in Ditzingen konnte bis zum Kriegsausbruch 1939 gehalten werden.

Die Athleten zählten zu den Besten im Kreis. Nach dem 2. Weltkrieg war es Fritz Bayer, der mit großem Idealismus an die Aufbauarbeit ging und sich bleibende Verdienste erwarb. Vor allem konnte er die Jugend gewinnen. Erfolge bei den Deutschen Vereinsmeisterschaften bezeugen die hervorragende Arbeit. 1953 war das erfolgreichste Jahr in der Ditzinger Leichtathletik! Die Mannschaft belegte den 4. Platz in Württemberg und den 20. Platz in Deutschland unter 736 Vereinen! 1955 gab es dann sogar noch einen 2. Platz in Württemberg bei den Mannschafts-Meisterschaften.

Meist waren es Jugendliche, die den Verein bekannt machten wie Peter Gamper und Jürgen Köhrer. Sie hielten sich mit ihren Leistungen viele Jahre in der württ. Bestenliste. Auch Heide Weller zählte im Weit- und Hochsprung zu den Top-Ten im Lande. Ab 1960 ging es bergab. Peter Gamper wechselte den Verein nach Feuerbach, später zu Kornwestheim. Seine sportliche Karriere gipfelte im September 1962 bei den Europameisterschaften in Belgrad, wo er in der Sprintstrecke im Endlauf nur um Brustbreite geschlagen und Dritter wurde. Mit der 4x100m-Staffel wurde er in einem grandiosen Rennen Europameister.

Europameister 4x 100m, Germar, Bender, Gamper, Ulonska

Erst in den Jahren 1986/1969 erwachte die Ditzinger Leichtathletik-Abteilung aus ihrem Dornröschenschlaf. Sportlehrer Werner Nawatzki konnte als Übungsleiter gewonnen werden. Die ersten Erfolge seiner Arbeit stellten sich auch prompt ein. 1974 begann die große Karriere von Dietmar Haaf mit 3,14 m im Weitsprung. Erstmals stand Dietmar 1982 als Württ. Schülerhallenmeister mit 5,51 m auf dem Siegertreppchen, eine unzählige Anzahl weiterer Titel sammelte er in den folgenden Jahren.

Dass sich unsere Spitzenkönner jeweils größeren Leichtathletikvereinen angeschlossen hatten, wo sie optimaler gefördert werden konnten, kann man ihnen nicht verdenken. Rückschläge für die Abteilung waren es allemal. Doch immer wieder wuchsen hoffnungsvolle Talente nach. Die Athleten und Trainer, allen voran Werner Nawatzki, aber auch die ehrenamtlichen Helfer und Eltern haben gute Arbeit geleistet. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Abteilung innerhalb der zwischenzeitlich gegründeten LG Glems kontinuierlich weiterentwickelte. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: Die "Glemser" machen Schlagzeilen, vor allem in den Schülerklassen. Sie stehen immer wieder auf dem Treppchen und in der Zeitung.

"Erfolge machen Spaß und stolz. Sie sind Grundlage für weitere Bereitschaft und persönlichen Einsatz", sagte W. Nawatzki in einem Interview. Das ist auch heute noch unser Motto, das wir gerne verwirklichen wollen.